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Island 2002 - Krafla

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Inhaltsverzeichnis

Krafla

-Von Myvatn bis Ásbyrgi-

Lavatunnel durchziehen die Landschaft
Lavatunnel durchziehen die Landschaft

Kurzcharakteristik: Landschaftlich ist diese Tour sehr abwechslungsreich: Vom Myvatn bis Krafla führt der Weg durch eine der aktivsten Vulkanzonen Islands. Frische, pechschwarze Lavamassen prägen hier die Landschaft, auch die rauchenden Solfataren und Schwefelseen bei Krafla sind absolut sehenswert. Von dort führt der Weg durch endlose Geröll-/Sandwüsten und führt schließlich ab dem Dettifoss am riesigen Canyon der Jökulsá á Fjöllum entlang.

Dauer: 4 Tage

Gesamtstrecke: 70 km

Anspruch: Der erste Teil dieser Tour bis zum Dettifoss ist eher für fortgeschrittene Wanderer zu empfehlen, da weite Strecken ohne Markierungen oder Wege zu bewältigen sind. Der Umgang mit Karte/ Kompass sind hier absolute Grundvorraussetzung. Ab dem Dettifoss wird die Strecke jedoch recht einfach, der Weg ist gut markiert, es sind jedoch auch jede Menge Wanderer unterwegs.

An- /Abfahrt: Nach Reykjahlið ist es natürlich kein Problem mit dem Bus hinzugelangen, es besteht jedoch auch die Möglichkeit, in der Mitte der Tour zu beginnen, falls man gewisse Etappen auslassen möchte. Z.B. fahren einige Busse nach Krafla oder auch zum Dettifoss. Auch von Ásbyrgi ist es kein Problem mit dem Bus nach Húsavik oder Akureyri zu gelangen.

Die Schäferhütte Hilðarhagi
Die Schäferhütte Hilðarhagi

Übernachtung: Der Großteil dieser Wanderung führt durch einen Nationalpark bzw. Naturschutzgebiete. Den Entsprechenden Anweisungen ist also unbedingt Folge zu leisten, indem man nur auf den ausgewiesenen Zeltplätzen zeltet.

Einkauf: Auf jeden Fall sollte man sich in Myvatn mit den Lebensmitteln für die ganze Tour eindecken, zwischendurch gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten


1. Etappe: Von Myvatn zur Schäferhütte Hilðarhagi

Für diese Etappe sollte man sich sehr viel Zeit nehmen, mit 27km durch anspruchsvolles Gelände ist das die härteste Etappe dieser Tour. Ausgangspunkt ist der Campingplatz in Reykjahlið. Von hier legt man das kleine Stückchen auf einer Straße zu einem Flugplatz zurück. Hier wird das Flugfeld gequert und dem Weg auf der anderen Seite gefolgt. Hier ist der Weg durch gelb-weiße Pflöcke markiert und führt zunächst über Heidelandschaft und alte Fladenlavafelder. Nach ca. 2km trifft der Weg auf einen anderen, mit grün-weißen Pflöcken markiert. Diesem folgt man nun und hält direkt auf den Felskegel Hlidarfjall zu. Am Rand eines großen Lavafeldes wird dieser dann an der Ostseite passiert und der Weg führt weiter über die Lavafelder, dann über rote und gelbe Geröllfelder und -Hügel.

Der Krater Viti
Der Krater Viti

Auf der anderen Seite eines riesigen erkalteten Lavafeldes kann man nun schon die rauchenden Solfataren von Krafla sehen. Über dieses Lavafeld führt nun ein recht anstrengender Weg, da ständig von Felsspalte von Felsspalte gesprungen werden muss und die junge Lava noch recht scharfkantig ist. Faszinierend sind hier die teilweise aufgebrochenen Lavahöhlen, die man hier und da sehen kann. Kurz vor Krafla stößt man nun auf das wohl jüngste Lavafeld in dieser Gegend, der letzte Ausbruch fand hier in den 80er Jahren statt. Dieses Feld wird umgangen. Nun lohnt es sich in jedem Fall, für einige Zeit die Rucksäcke abzulegen und sich in dieser faszinierenden Gegend umzusehen. Weiter geht es schließlich vom Parkplatz hinauf in Richtung des Kratersees Viti, der vor einiger Zeit durch eine gewaltige Gasexplosion entstanden war. Dieser wird auf der linken Seite passiert; hier hört der Weg auf… nun ist die Orientierungsfähigkeit des Wanderers auf die Probe gestellt. Zuerst wird der Berg Krafla im Norden umgangen, dann das weite Buckelwiesenfeld danach gequert, indem man die ganze Zeit auf die Kluft zwischen dem Massiv Hagöng und dem Bergkegel Jörundur im Osten zuhält. Hier hält man sich am Bergmassiv, indem man seiner Ostseite nach Norden folgt. Einige Zeit bewegt man sich so auf einer Sand-/ Steinwüste bis die Vegetation langsam wieder zunimmt. Jetzt sollte man Richtung Osten ins Tal hinabsteigen und diesem nach Norden folgen. An der Südwestspitze des Sees Eilifsvötn findet sich eine behagliche Schäferhütte bei dem verfallenen Hof Hliðarhagi, die den müden Wanderer mit ihrer spartanischen Gemütlichkeit empfängt.

Der gewaltige Dettifoss
Der gewaltige Dettifoss

2. Etappe: Von Hilðarhagi zum Dettifoss

Ebenfalls bei dieser Etappe ist es absolut notwendig, sich vorm Aufbrechen mit Marschzahlen etc. klarzumachen, in welche Richtung es gehen soll, denn der Weg führt den ganzen Tag durch eine Sandwüste, in der man sich nur schwer orientieren kann. Einziger Anhaltspunkt ist die lang gezogene Gebirgskette am Horizont im Osten, die man bei schlechtem Wetter wohl kaum erkennen kann. So vorbereitet passiert man die Südostspitze des Sees Eilifsvötn und macht sich auf den Weg in die Wüste. Hier ist es schwierig, irgendwelche Wegangaben zu machen. Am Ende dieser anstrengenden Etappe entdeckt man schließlich überraschenderweise den dröhnenden Wasserfall Dettifoss, eingebettet in den mächtigen Canyon der Jökulsá á Fjöllum, welcher als mächtigster Wasserfall Europas gilt. Egal wie müde man nach dieser Etappe ist, es lohnt sich auf jeden Fall, ihm einen Besuch abzustatten, bevor man sich auf den Zeltplatz nördlich des Parkplatzes legt.

3. Etappe: Vom Dettifoss nach Vesturdalur

Im Canyon
Im Canyon

Von nun an folgt der Weg ständig dem Canyon. Gut sichtbar mit Pflöcken markiert beginnt er am Dettifoss und führt den Wanderer flussabwärts nach Norden. Schon nach einigen hundert Metern gabelt sich der Weg, der eine Streckenabschnitt führt mittels eines Seils in den Canyon hinab und gibt dem Wanderer die Möglichkeit, den reißenden Strom und die wunderschönen Wasserfälle aus nächster Nähe zu bewundern (absolut empfehlenswert, auch wenn der Abstieg zunächst abschreckt!), der andere Weg führt um eine Felsspalte herum am oberen Rand des Canyons entlang. Beide Wege führen nach ca. 2 km wieder zusammen. Nun folgt der Weg weiter dem Canyon, an weiteren kleineren, aber ebenfalls sehenswerten Wasserfällen vorbei, bis er in terassenförmig abgestufte Hänge mündet. Der Weg führt auf einen Parkplatz und schließlich durch die Hólmatungur, eine idyllische Landschaft mit üppiger Vegetation und zahlreichen sprudelnden Quellflüssen. Nachdem man dieses Gebiet verlassen hat, ist das kleine Flüsschen Stallaá zu durchwaten, was aber auch barfuss kein Problem darstellt. Der Weg führt nun einen kleinen Anstieg hinauf, zahlreiche Wegweiser führen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten, hier sei noch besonders auf die beiden markanten Felskegel Karl og Kerling (Greis und Greisin) hingewiesen, zwei freistehenden formschönen Vulkanschloten mitten im Canyon. Von hier aus sind es nur noch wenige hundert Meter bis zum Zeltplatz Vesturdalur.

Ásbyrgi
Ásbyrgi

4. Etappe: Von Vesturdalur nach Ásbyrgi

Der Weg führt vom Zeltplatz aus gut ausgeschildert weiter nach Norden, vorbei an zahlreichen skurrilen Felsformationen, größtenteils alte Vulkanschlote, die durch den reißenden Fluss freigespült wurden. Hierzu gehören beispielsweise die Hljóðaklettar (Echofelsen), ein unglaubliches Chaos skurriler Felsburgen. Kurze Zeit später weist ein Wegweiser zu einem kleinen Abstecher zum Rauðhólar (Roter Krater), ein faszinierender rot-/schwarzer Aschekegel, von dem man zudem eine wunderbare Sicht über die umgebende Landschaft hat. Nun führt der Weg nur noch einige Zeit am Canyon entlang, bis man sich nach Norden von ihm entfernt.

Über eine sumpfige Buckelwiesen- Landschaft bewegt man sich direkt auf den gewaltigen Canyon Ásbyrgi (Burg der Asen). Wegen seiner Hufeisenform erzählt man sich in Geschichten, dies sei der Hufabdruck von Odins achtbeinigem Pferd Sleipnir. Nachdem man nun die Sicht von den steilen Felswänden einige Zeit genossen hat, folgt man weiter dem Weg am Canyonrand in Richtung Osten. Durch ein Seil gelangt man schließlich hinab in die Schlucht zum Campingplatz, von wo aus man sich mit dem Bus nach Akureyri bringen lassen kann.